Saison 2008/2009

Gastspiel

Spiel: Jürg Zurmühle, Felix Bertschin

Von dunkler Sehnsucht getrieben, verlässt der 13-jährige Kaito sein Heimatdorf in einem Land des Fernen Ostens, einem unbekannten Ziel entgegen. Unterwegs schliesst er sich einem Wandermusikanten an, verliebt sich in Miata, das Mädchen mit den traurigen Augen - und gelangt zu Togana, dem Meister der Bambusflöte, der Kaito als Schüler bei sich aufnimmt. Hans Kruppa ist einer der meistgelesenen deutschen Dichter und Erzähler. Er lebt als freier Schriftsteller in Bremen. Seine Gedichte und Märchen, Erzählungen und Romane, Aphorismen und Kurzgeschichten hat er in mehr als siebzig Büchern mit einer Gesamtauflage von über 1,5 Millionen veröffentlicht. Einige seiner Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt. Für sein schriftstellerisches Werk wurde Hans Kruppa mit dem New Yorker Otto-Mainzer-Preis ausgezeichnet.

Auftritt: 16. Mai 2009

Gastspiel

Musiker: Kristina von Holt, Peter Portmann
Regie: Albert Michel Bosshard

Vater und Tochter, illegale Flüchtlinge aus einem Drittweltland, verstecken sich in einer dunklen Wohnung vor dem Zugriff der Behörden. Die Angst entdeckt zu werden, das Eingesperrt sein in einer fremden Welt schafft gegenseitiges Misstrauen. Dennoch können beide nur überleben, wenn sie zusammenhalten. Der Autor Henning Mankell ist Pendler zwischen Afrika und Schweden, ihn interessiert der Alltag.

Auftritt: 15. Mai 2009

Gastspiel Baith Jaffe Klezmer Orchestra

Musiker: David Schönhaus, Sascha Schönhaus, Andreas Wäldele, Niculin Christen
Stimme: Martin Goldberger

Nach den fulminanten Auftritt vor drei Jahren am Klezmerfestival im deutschen Fürth zählt das Baith Jaffe Klezmer Orchestra weltweit zu den wichtigsten Vertretern seines Faches – und dem Publikum des NTaB dürfte diese Formation von den erfolgreichen «Gebirtig»-Vorstellungen vom Herbst 2007 in bleibender Erinnerung sein ... In der aktuellen Arbeit geben Zwiegespräche mit Gott wie mit Menschen in Wort und Klang auf der Bühne den Rahmen für die neue Konzertreihe. Dabei erklingt die musikalische Arbeit der Band in einem ganz neuen Kontext - im Dialog mit anderen Musikformen, mit Literatur und philosophischen Texten des Talmuds.

Auftritt: 30. April 2009

Presse:
Basler Zeitung, April 2008 - Fulminante Klangwelt

Koproduktion Neues Theater am Bahnhof und Theater Basel

Spiel: Urs Bihler
Regie: Georg Darvas
Ausstattung: Ilka Weiss
Dramaturgie: Brigitte Heusinger
Regieassistenz: Amba Bihler

Väter haben oft das halb bewusste Bedürfnis sich in ihren Söhnen zu spiegeln. Etwas von sich zu verstehen. Sie wollen die Triebfedern ihrer Biographie, ihrer Art zu leben und zu handeln durch ihre Söhne legitimieren. So auch Samuel Perlman, der Protagonist unserer Geschichte. Was nun aber wenn diese Söhne, Kinder der Nachkriegs und Wohlstandsgeneration, ganz anders sind, was ihr gutes Recht ist? Perlmans innerer Monolog, elegant gewürzt mit jüdischem Humor, entwickelt sich von rechthaberischer Beharrlichkeit zu einer wirklichen Sehnsucht nach dem «verlorenen Sohn».

Wiederaufnahme: 18. April 2009
Premiere: 24. März 2008

Presse:
Basler Zeitung, 25.03.2008 - Zwiegespräch mit den Toten
Tachles, 20.04.2009 - Stück von Yasmina Reza in Dornach

Koproduktion Jugendtheater Neues Theater am Bahnhof und Sprachhaus M

Spiel: Salome Bessenich, Gabriele Bianco, Laurin Buser, Erik De Quero, Nico Herzig, Stefanie Huber, Maria Marggraf, Iqbal Makhdoomi, Noemi Niederberger, Laetitia Raymond, Gregor Vögtli
Regie: Sandra Löwe

Michael Ende ist ein zauberhafter Geschichtenerzähler, sein «Gauklermärchen» ein phantasievolles Jugendtheaterstück. Die Gauklergruppe muss ihre Zelte abbrechen. Ein Chemiekonzern wird bauen. In der letzten traurigen Nacht, der Nacht der Entscheidung, erzählen sie der behinderten Eli ein Märchen und verwandeln die traurige Nacht in ein Feuerwerk. Die Entscheidung wird gefällt. Was für eine Entscheidung? „Hereinspaziert, hereinspaziert ...“, würde Pippo sagen.

Premiere: 6. März 2009

Presse:
Basler Zeitung, 06.03.2008 - Nacht der Entscheidung
Basellandschaftliche Zeitung, 07.03.2008 - Gaukler betreten die Bühne
Basler Zeitung, 15.10.2009 - Letztes Märchen

Eigenproduktion Neues Theater am Bahnhof

Gil: Robert Koller
Susanna: Sylvia Heckendorn
Mime und Diener: Hubert Kronlachner
Orchester: «Orchestra Segreto»
Regie: Georg Darvas
Musikalische Leitung: Bruno Leuschner

In der neuen Opernproduktion des NTaB bringt Georg Darvas einen Einakter von Cechov zusammen mit Wolf-Ferraris Oper auf die Bühne. Cechovs «Schwanengesang» ist eine Liebeserklärung an das Theater und die Kunst des Schauspielers: Ein alter Mime findet sich plötzlich, mitten in der Nacht, auf der leeren Bühne eines Provinztheaters wieder und beginnt über sein Leben, seine Lieben und das Theater zu sinnieren, bis er voller Schrecken glaubt einem Bühnengespenst zu begegnen ... Wolf-Ferraris Oper wird auf eben derselben Provinz-Bühne allabendlich gespielt. Ein kleines, exquisites Orchester begleitet das jungvermählte Grafenpaar Gil und seine Susanna bei ihren komischen emotionalen Turbulenzen rund um Susannens Geheimnis. Wieviel weiss der alte Diener? Hat Susanna wirklich schon einen Liebhaber? Wolf-Ferraris hinreissende Komposition, die 1909 uraufgeführt wurde, braucht sich weder hinter Puccini noch Richard Strauss zu verstecken. Es ist Oper pur!

Aufführung: 29. Januar 2009

Presse:
Basellandschaftliche Zeitung, 31.01.2009 - Verlangen nach blauem Dunst
Solothurner Zeitung, 03.02.2009 - Gelungene Verknüpfung zweier Stücke
Badische Zeitung, 04.02.2009 - Das Verlangen nach dem blauen Dunst
Oltner Tagblatt, 05.02.2009 - Susannas kleines Geheimnis
Birseckmagazin, März 2009 - Il segreto di Susanna - Schwanengesang
Wochenblatt, 19.03.2009 - Liebe, Rauch und Eifersucht
Basler Zeitung, 30.04.2009 - Kols letzter Anruf

Gastspiel

Spiel: Sylvia Bosshart, Raphael Bachmann

Als begeisterte Leserin von Büchern, die sie in New York nicht findet, kommt Helene Hanff 1949 an die Adresse eines Antiquariats in London: „84, Charing Cross Road“. Sie korrespondiert mit dem Buchhändler Frank Doel - ganz allmählich wird in die geschäftlich klingenden Briefe ein freundschaftlicher Ton genommen Eine berührend schaft.

Aufführung: 8. Januar 2009

Gastspiel

Spiel: Michael Scheid
Regie: Johannes Peyer

Zum 20. Todestag des Schweizer Schriftstellers Hermann Burger (1989) haben der Regisseur Johannes Peyer und der Profizauberer und Schauspieler Michael Scheid erstmals das erzählerische Meisterstück vom mysteriösen und tragischen Magier Diabelli auf die Bühne gebracht. «Diabelli», das ist das Vermächtnis, der letzte Auftritt eines Bühnenillusionisten, dem vor lauter Tricks und Sensationen das eigene Ich abhanden gekommen ist. «Diabelli» ist ein Werk voll aberwitziger Einfälle, wortgewaltiger Täuschungen und beredter Enthüllungen üüber einen Mann, der sich an seinem letzten Kunststück versucht: der spektakulären Inszenierung des eigenen Verschwindens. Und «Diabelli» ist auch ein Schlüsseltext im Werk Hermann Burgers - so wie Sprache verblüfft, verführt und fesselt, so täuscht und trickst und fasziniert auch Zauberei. Was ist Illusion? Was verbirgt sich hinter dem Vexierbild vom genialen Meisterzauberer? Ein Leidender? Ein Verrückter? Ein Spieler, der “sein Selbst verjuxt?” Oder ist Diabelli gar Hermann Burger selbst? Ein hintergründiger Theaterabend, ein Stück, das Wortzauber und Bühnenillusion auf einmalige Weise vereinigt: die Sprache wird zum Zaubertrick. Und Bühnenzauber zur Sprachkunst.

Aufführung: 6. Dezember 2008

Presse:
Mittelland Zeitung, 11.12.2008 - Der Künstler als Todesartist

Gastspiel

Idee und Spiel: Franziska von Blarer, Barbara Maey
Regie und Dramaturgie: Andreas Schertenleib

“Wir sind fünf Geschwister. Wir wohnen in verschiedenen Städten (...) doch ein Wort oder ein Satz genügt zwischen uns (...) um mit einem Schlag unsere alten Beziehungen, unsere Kindheit und unsere Jugend wiederzufinden, die untrennbar mit diesen Sätzen, mit diesen Worten verbunden sind”.

Natalia Ginzburg, 1916 in Palermo geboren, stammt von einer jüdischen Triester Familie und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Turin. Ihr Vater und ihre drei Brüder wurden wegen ihres antifaschistischen Widerstands angeklagt und kamen ins Gefängnis. 1938 heiratete sie Leone Ginzburg und trat mit den wichtigsten Vertretern des Turiner Widerstands in Kontakt (u.a. Cesare Pavese). Während des Krieges lebte sie mit Leone Ginzburg in der Verbannung in den Abruzzen wo wichtige Werke entstanden. Nach der Ermordung ihres Mannes im römischen Gefängnis Regina Coeli kehrte sie im Februar 1944 nach Turin zurück und begann nach Kriegsende ihre Arbeit als Lektorin und Übersetzerin beim Einaudi-Verlag. Mit dem Roman «Familienlexikon» gewann sie den Premio Strega. Sie starb im Alter von 75 Jahren im Oktober 1991 in Rom.

Aufführung: 5. Dezember 2008

Koproduktion Neues Theater am Bahnhof und Sprachhaus M

Spiel: Hubert Kronlachner, Laurin Buser
Regie: Sandra Löwe

Eine spektakuläre Begegnung mit blauem Auge und Happy-End: Nur weil Yoyo angeblich ein Mofa geklaut und der pensionierte Boxer Leo einen Schlaganfall vorgetäuscht hat, begegnen sie sich in der geschlossenen Abteilung eines Altersheims ... zum Glück gitb's Zufälle. Witzige Wortgefechte und berührende Momente in Gesprächen über Boxen, Gewalt und die erste Liebe. Ein anfänglicher «clash of generations» wird zu einer echten Freundschaf: Ein berührender Abend mit herrlichen Bonbons der Situationskomik, witzig und poetisch inszeniert.

Wiederaufnahme: 13. November 2008
Premiere: 24. Januar 2008

Presse:
Basler Zeitung, 29.01.2008 - Rocky aus dem Altersheim
Basler Zeitung, 01.02.2008 - Ein Treffer von unten links
Basellandschaftliche Zeitung, 01.02.2008 - Immer wieder tickt hörbar die (Lebens-)Uhr

Weitere Medien:
Probefotos finden sich hier.

Gastspiel

Spiel: Maria Becker, Benedict Freitag
Musikalische Gestaltung: Armin Brunner

Während Goethe intime Briefe an seine Lotte verfasst, schreibt der Komponist Leos Janacek intime musikalische Botschaften an seine junge Geliebte in der Form seines Zweiten Streichquartetts. Kein Jüngling mehr wie Werther, hat Janacek sich unsterblich in eine junge, verheiratete Frau verliebt und drückt seine Sehnsüchte und Hoffnungen in der Sprache der Musik aus. Was also liegt näher, diese beiden Briefsammlungen miteinander zu kreuzen, einen Dialog der Emotionen herauszufordern? Immer wieder fällt die Musik wie eine Injektion in die Lesung ein, meist sehr knapp, mal sanft beschwichtigend, mal heftig aufbrausend. Berichtet der Text von den Gefühlen, so ist die Musik das Gefühl, und die Zuschauer spüren den Zauber der Beziehung zwischen Zuhören und Miterleben.

Wiederaufnahme: 13. November 2008
Premiere: 13. November 2008

Gastspiel

Spiel: Krishan Krone
Regie: Ferruccio Cainero

Zweifellos ist es spannend, als Sohn eines Vaters aufzuwachsen, der in einer Entwicklungshilfeorganisation arbeitet und schon in frühester Kindheit Paris, Rom und Lima kennen zu lernen, die exotischsten Gerüche einzuatmen und dabei nebenbei noch Sprachen wie Französisch, Römisch, Peruanisch und Englisch zu sprechen, als wären es die Muttersprachen. Die Kehrseite der Medaille liegt allerdings in den vielen Umzügen, den wiederkehrenden Trennungen von lieb gewonnenen Orten, Gewohnheiten und vor allem Freunden: Da muss man schon zu Tricks greifen und die Freunde kurzerhand in der Fantasie mitnehmen. Wenn die auch noch begnadete Teppich-Piloten sind und sie einem beibringen, über die weissen Dächer von Paris, über Inkastädte und quer über den unermesslichen Himmel des Nordens, ja, sogar in die Sixtinische Kapelle zu fliegen, um dort Gott bei der Arbeit zu zuschauen, dann sind die Trennungen schon nicht mehr ganz so schmerzhaft.

Ferruccio Cainero, selber ein begnadeter Erzähler (Schweizer Kleinkunstpreis / Salzburger Stier), Regisseur und Autor hat sich von Krishan Krones Kindheitsgeschichten inspirieren lassen und sie zu einem fliegenden Erzählteppich feinsten Geschichtengarns verwoben.

Aufführung: 6. November 2008

Presse:
Basler Zeitung, 15.11.2008 - Mit List und Fantasie

Eigenproduktion Neues Theater am Bahnhof

Spiel: Georg Darvas
Regie: Joshua Sobol
Bühnenbild: Edna Sobol

Der Rechtsanwalt Miki Kol muss wegen seinem unkorrumpierbaren Gerechtigkeitssinn eine einjährige Gefängnisstraffe antreten. Kurz vor Strafantritt erreicht ihn ein Anruf. In der Folge von Telefongesprächen enthüllt sich vor den Augen des Publikums der haarsträubende Filz zwischen Wirtschaft, Justizapparat und Politik, aber auch das Chaos in Kols Privatleben.

Premiere: 14. Oktober 2008

Presse:
Birseckmagazin, September 2008 - Kols letzter Anruf in Dornach
Mittelland Zeitung, September 2008 - Die Hoffnung auf Gerechtigkeit
Mittelland Zeitung, 23.09.2008 - «Ghetto»-Autor Sobol inszeniert in Dornach
Wochenblatt, 09.10.2008 - Sobol inszeniert Sobol
Basler Zeitung, 14.10.2008 - Einer gegen alle
Mittelland Zeitung, 16.10.2008 - Für den bescheidenen Menschen
seniorenweb, 23.10.2008 - Vor dem Fegefeuer
Jüdische Allgemeine, 13.11.2008 - Nur das Handy war Zeuge
Surprise 21.11.2008 - Gerechtigkeit dank Frauenpower
Basler Zeitung 18.12.2008 - Hallo, hier redet die Moral