Saison 2010/2011

Eigenproduktion Neues Theater am Bahnhof

Spiel: Georg Darvas, Oliver Zgorelec
Regie: Joshua Sobol
Bühne und Kostüme: Edna Sobol
Licht: Cornelius Hunziker

Wie zwei Figuren aus dem absurden Theater suchen sich Vater und Sohn, finden sich, verlieren sich wieder und können nicht voneinander lassen. Diese eigenartige Symbiose entbehrt nicht seiner komischen Seiten, doch nicht das Theater ist hier das Absurde, sondern es sind die menschlichen Situationen angesichts des Todes. Joshua Sobols wohl persönlichstes Stück handelt von der Liebe zwischen Vater und Sohn, die angesichts der Endlichkeit unserer physischen Existenz auf die härteste Probe gestellt wird.

Premiere: 24. März 2011

Koproduktion Neues Theater am Bahnhof und Sprachhaus M

Spiel: Lea Dettli, Nico Herzig, Vanessa Ingold, Noëmi Niederberger, Laetitia Reymond
Regie und Kursleitung: Sandra Löwe
Theater Jockey (TJ): Gidon Schvitz
Licht und Video: Cornelius Hunziker

Wir folgen einer Musik … hinein in unsere Träume, nacke und ungewiss durchs Labyrinth. Blaue Treppe, Echo der Schritte. Das diesjährige Jugendtheater zeigt ein selbst entwickeltes Stück aus Nacht- und Tagträumen. Sechs Jugendliche machen sich auf den Weg zu ihrem eigenen ‘Cabaret’ – träumerisch, traumtänzerisch, traumhoch- und tief, Welcome!

Auftritt: 17. Februar 2011

Gastspiel Arab-Hebrew Theatre of Jaffa, Israel in Koproduktion mit dem Verein SalamShalom Schweiz

Spiel: Mahmoud Ablassi, Khulud Abu Lasan, Noy Maximov, Fady Abou Shamis, Tamer Abou Shamis, Lian Tal, Dolev Toledano, Laila Toukhy, Manar Tourk, Omri Zekel
Regie: Dalit Bloch
Bühnenbild: Salim Shehade
Regieassistenz und Dramaturgie: Shredy Jabarin

Zehn arabische und jüdische Jugendliche aus Jaffa und Tel Aviv überwinden zum ersten Mal in ihrem Leben die israelische Zweikulturenwelt. Eine aussergewöhnliche und bewegende Theaterarbeit ist dabei entstanden. Yalla! ist das Motto, "Romeo und Julia auf dem Dorfe" von Gottfried Keller die Geschichte. Die zehn jugendlichen Israeli erzählen Geschichten ihrer Grosseltern und Eltern, von Begegnungen, Freundschaften und Verfeindungen – und sie erzählen eine Liebesgeschichte. Die Geschichte zweier Liebenden, die auf Grund der Religion und der Volkszugehörigkeit nicht zusammenkommen dürfen. Ist der gewählte Freitod die einzige Möglichkeit, um die Liebe zu wahren? Yalla! arabisch: vorwärts/los geht's! wird in Israel von beiden Völkergruppen benutzt.

Auftritt: 1. Februar 2011

Koproduktion Neues Theater am Bahnhof mit Dorothea und Georg Fankhauser

Arrangement: Bruno Leuschner
Inszenierung: Georg Darvas, Johanna Schwarz
Musikalische Leitung: Astrit Pallaska, Johannes Greiner, Pellumb Vula
Film: Cornelius Hunziker

Das Musical mit 70 Kindern und Jugendlichen der Musikschule in Gjakova, Kosovo: ein aussergewöhliches Unternehmen. In insgesamt 4 Probenblöcken entstand in intensiver Probenarbeit mit diesen hochbegabten und äusserst motivierten Jugendlichen und Kindern ein Feuerwerk an Bildern, Songs und Orchesterhighlights. Das Publikum in den Städten Gjakova, Peja, Prizren und Pristina feierte die Aufführung mit standing ovations. Überzeugen Sie sich selbst ...

Auftritt: 30. Januar 2011

Gastspiel Kellertheater Winterthur

Spiel: Kristina von Holt
Regie und Bühne: Albert Michel Bosshardpan

‹Riverbend›, eine junge irakische Frau, weltoffen, selbstbewusst, IT-Expertin, glaubt an den Koran. Sie liebt ihr Land die sechstausendjährige Geschichte, die moderne Wissenschaft und Technik, die unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften, die neben- und miteinander leben. Mit der Invasion der amerikanischen ‹Befreier› ändert sich alles für sie. Zerstörung, Gewalt und Tod dringen in ihr Leben, der ‹Krieg gegen den Terrorismus› wirft das Land um Jahrzehnte zurück, die muslimischen Fundamentalisten gewinnen die Oberhand. Als Intellektuelle stellt die junge Frau unbequeme Fragen, wendet sich unter einem Pseudonym übers Internet an die Welt, protokolliert die Schrecken, Erniedrigungen, Demütigungen ihres Gefangenseins – nicht als Anklägerin, sondern um Zeugnis abzulegen: eine Anne Frank des 21. Jahrhunderts.

Auftritt: 9. November 2010

Gastspiel Quanzhou Marionette Troupe in Koproduktion mit Culturescapes China 2010

Mit seiner 2000-jährigen Tradition za?hlt das Puppentheater von Quanzhou zu den a?ltesten und grössten Gruppen des darstellenden Marioettenspiels - eine Kunstform, die seit ihrer Entstehung eng mit religiösen Aktivitäten verbunden ist, da sie ursprünglich zur Kommunikation der Menschen mit ihren Göttern diente. Die raffiniert geschnitzten Puppen gelten wegen ihrer Gestalt und der Puder-Farben-Technik als besonderes Beispiel erhaltener Volkskunst. Das Marionettentheater aus Quanzhou führt seine Stücke zu eigens dafür komponierten Melodien auf, den ‹Kuilei Diao›. Mehr als 300 Melodien sowie die Dokumentation der dazugehörigen Begleitung auf antiken Musikinstrumenten sind über die Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben.

Auftritt: 28. November 2010

Gastspiel in der Klosterbibliothek Dornach

Spiel: Ariane Gaffron, Anne Bernasconi
Traversflöte und musikalische Einrichtung: Sarah Giger
Regie und Texteinrichtung: Hans J. Ammann

Hildegard von Bingen, die grossartige mittelalterliche Äbtissin und Visionärin, verfasste Texte in unerhört expressiver Sprache, ‹Ein- Sichten›, Gottesannäherungen, Gottesgewissheiten, die mit zeitgenössischen Suchbewegungen leicht zu verknüpfen sind. Dabei strahlen die Texte eine Sicherheit aus, die für eine zeitgenössische Lyrikerin wie Erika Burkart geradezu provozierend sein muss. Erika Burkart, die im April 2010 mit weit über 80 Jahren verstorben ist, entwickelte sich zu einer der bedeutendsten lyrischen Stimmen der Gegenwart. Sie war lebenslang eine Suchende, die Traugott Vogel, ein Kenner ihres Werkes so beschreibt: «Das Weltall ist ein kalter Saal, darin kreist der dunkle Seelenvogel den Lichtern nach. Der Mensch lauscht. Wer spricht das Wort? Wer das Wort findet, dem singt das Licht und er ist erlöst.» Die beiden Autorinnen sollen miteinander ins Gespräch kommen, ein Gespräch auch zwischen Mittelalter und Gegenwart und auf diese Weise den ‹Empfangsraum› der Zuhörenden in Bewegung setzen.

Auftritt: 3. November 2010

Gastspiel Semi-Circle

Die Herbstgäste des NTaB, Semi-Circle, Basel's English Language Drama Group.

Auftritt: 3. November 2010

Eigenproduktion Neues Theater am Bahnhof

Orfeo: Carmela Calvano Forte
Euridice: Ines Schaffer
Amor: Tabea Bürki, Jardena Flückiger
Orchester: «Orchestra d’Orfeo»
Chor: «Orfeo-Chor»
Regie: Georg Darvas
Musikalische Leitung: Bruno Leuschner
Choreographie: Norbert Steinwarz
Chorleitung: Katrin Felber
Bühne: Ilja van der Linden
Licht: Cornelius Hunziker

«Che farò senza Euridice?! Was tue ich ohne Euridike?!» Der junge Künstler Orfeo ist voller Verzweiflung über den plötzlichen Tod seiner schönen Frau Euridice. Er ist bereit, alles zu tun, um Euridice zurück zu gewinnen. Orfeo weiss um das Gesetz der Götter, welches besagt, dass kein Sterblicher lebend aus der Unterwelt zurückkehren darf. Der Liebesgott Amor kommt ihm zu Hilfe - Orfeos sehnsüchtiger Gesang soll die Ungeheuer der Unterwelt und den Groll der Götter besänftigen. Amor stellt jedoch eine Bedingung: Wenn es Orfeo gelingt Euridice zu finden, darf er seine Geliebte weder ansehen, noch mit ihr sprechen, bis sie die Welt der Lebenden erreicht haben. Die Inszenierung des NTaB geht von Orfeo heute aus, der in seiner Trauer und Verzweiflung über den Verlust der geliebten Gattin sich auf eine gefahrenvolle Reise in die tiefen Abgründe seiner Seele begibt – und seinen Weg findet zur Geliebten ... Ein zeitloses Kunstwerk das jeden, der mit den Fragen von Leben, Tod und Liebe ringt, berührt.

Premiere: 14. Oktober 2010