Online: Literatur im Foyer «UNESCO Welttag der Poesie»

am Samstag, 21. März 2020 um 14.00 Uhr

21 Kurz-Lesungen kuratiert von Johanna Gerber.


Der Welttag der Poesie wurde erstmals im Jahr 2000 ausgerufen und steht für Frieden, aber auch gegen den Bedeutungsverlust der Poesie. Die Poesie im Zeitalter von Krieg und Klimawandel. Sie nimmt im kulturellen und gesellschaftlichen Leben einen wichtigen Platz ein, da sie den Menschen an die Vielfalt des Kulturguts Sprache erinnert und den kulturellen Austausch fördert.

Der Tag steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO und den vereinten Nationen. Geplant waren am 21. März Lesungen in zwei Blöcken. Aus aktuellem Anlass hat die Kuratorin sich zusammen mit den Autoren für einen neuen Weg entschieden.

Die AutorInnen haben ihre Texte aufgenommen und so finden die Lesungen nach freier Wahl bei Ihnen zu Hause statt - auf dem Balkon, im Garten, im Wohnzimmer - heute oder auch in den kommenden Tagen - statt.
Bei der Veranstaltung im Foyer von neuestheater.ch steht für eine Kollekte jeweils ein «Sammelhut» zur Verfügung - den virtuellen Sammelhut finden Sie über CH76 0900 4063 0132 0, Betriebsverein neuestheater.ch, 4143 Dornach, Vermerk Unesco. Die Kollekte kommt dem Verein der SchriftstellerInnen (PENclub) zu Gute. Herzlichen Dank! 

Nachfolgend alle Beiträge am Stück, weiter unten die Auswahl über Autoren. Viel Vergnügen!

Die «Veranstaltung» ist auch über Facebook verlinkt; wir freuen uns über Ihre Kommentare und Rückmeldungen!



Florian Bürgler
Helmut Rodenhausen

Gertrud Wiggli
Brigitte Tobler
Gertrud Stiehle
Katka Raeber
Irmeli Kivijärvi
Beatrice Portmann
Johanna Lisiak
Brigitte Klaas Meilier
Elisabeth Deck Wandeler
Claudia Sutter
Vera Schindler Wunderlich
Barbara Groher
Gerold Ehrsam
Denise Buser & Carlo Michel
Ruedi Bind
Anne-Marie Kenessey
Sonja Crone
Alisha Stöcklin
Johanna Gerber


poesie ist

keine frage der buchstaben
der blick hinter das verstehen
da wo du immer das andere
vertrauen in dir fühlst
nackt und bloss gibt’s hier niemals
im weichen bett der flügelworte
nur ruhn nur sein
im weiten see der seele

Johanna Gerber

mündig

Schnittst uns einen Lappen Teller
häufst zwei Kegel Kichererbsen
Mus streust Reis legst glitschige Eier
aufs Bananenblatt – es beschirmte
alles Ausgespuckte
Verzwickte
die Scholle saugts ab
dein Mund ist Aussparung
schüchterne Lücke
schützt die Mutter sie lächelt
mit faulen Zähnen darin
furcht das Feld ohne Musse käut sie
die Wut der verglühenden Welt
aus ihrem Haar flammt die Blume –
Stoffe trocken
in der Würze des Rauchs
die Asche bestäubt unsere Haut
Last verspinnt sie zu Seide sorgfältig
schlägst du ihr Tuch um die Beine.

Anne-Marie Kenessey


Datum

21.03.2020 14.00 bis
21.04.2020 20.00